Deine Lieblingskassetten (8): Gerard

gerard blausicht logoAlles Jetzt.  Genauer: Morgen,  da erscheint Blausicht, das mit Spannung erwartete Album von Gerard. Ich durfte es schon hören und finde, dass ihm damit ein großer Wurf gelungen ist. Als ich die Möglichkeit hatte, mit dem Wiener Rapper ein Interview zu führen, habe ich mit ihm neben Themen wie der Symbiose von Zeitgeist und Melancholie auch über Kassetten gesprochen. Mit etwas Zeitgeistigem kann man jene definitiv nicht mehr in Verbindung setzen, Melancholie hingegen schwingt fast immer mit, wenn es um das Damals ging. Bei Gerard, 26 Jahre alt, zeigte sich das vor allem in Erinnerungen an seine Kindheit und frühe Jugend. Die Kassettenphase im HipHop hingegen ging größtenteils an ihm vorbei, wie Gerard im Gespräch erklärte.  Rec-Time:

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Deine Lieblingskassetten, Deutschrap, Lieblingskassetten, Rap, Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Deine Lieblingskassetten (7): Ali As

Die drei ???Neuzeithippie. Als solchen bezeichnet sich Ali As, Rapper mit ordentlich Punchlines und Witz im Speicher. Was die neuzeitgeistige Geisteshaltung bedeutet, kann man abseits der gerappten Erklärung auch gut am Twitter-Account des Münchners ablesen. Dort huldigt The As formerly known as A$ ganz gerne mal den drei ??? – wenn er nicht gerade die Verwendung seines eigenen Internetsprechs für sämtliche Seiten des Lebens forciert. Es lag jedenfalls nahe, mit Deutschraps wohl größtem Bruder im Geiste von Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews mal über Kassetten zu sprechen. Rec-Time:

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Deine Lieblingskassetten, Lieblingskassetten, Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Deine Lieblingskassetten (6): Sepalot

IMG_7574Chasing Tapes. Weiter geht es in der (noch) kleinen, aber feinen Gastrubrik „Deine Lieblingskassetten.“ Diesmal habe ich mit Sepalot von Blumentopf über Musik auf Magnetband gequatscht. Es folgen nun Informationen zum Gast, die keine sind, weil jeder Mensch das weiß: Seit mehr als 20 (!) Jahren ist er als Produzent und DJ der Münchner Rapkombo unterwegs und hat in dieser Zeit wohl auf so ziemlich jeder deutschen Bühne eingestöpselt und gemeinsam mit seinen vier Kollegen abgeliefert. Kein Zufall!

Eine Nah-Ost-Tour auf Einladung des Goethe-Instituts, zwei Welt- und Europameisterschaften in der ARD mit den Raportagen, ein vierter Platz beim Bundesvision Song Contest, sieben Studioalben und unzählige abgerissene Bühnen zählt die Bandstatistik/Firmengeschichte. Ich selbst weiß gar nicht mehr, wie oft ich Blumentopf inzwischen schon live gesehen habe oder wie häufig ich in meiner Arbeit als Journalist über diese Band geschrieben habe – eines der aktuelleren Beispiele ist die Rezension zum Album „Nieder mit der GbR“ in der Juice #146.

Abseits des Bandgefüges hat sich Sepalot längst einen Namen als Solokünstler gemacht – und als Club-DJ ja sowieso. Sein 2011er-Produzentenalbum „Chasing Clouds“ (und die Zusatz-EP Chasing Beats) zuletzt war herrlich sphärischer Stoff, sein Beat Konducta Bavaria Mix hat zünftig Lärm im Netz gemacht und auch sein jüngstes Free-Download-Projekt „Munich Disco“ versprüht bayrisches Lokolkolorit – auf ganz eigene Art. Sepalot beschreibt es als eine Zeitreise mit dem Sampler in das München der 70er und 80er Jahre und als Verneigung vor den großen Münchner Produzenten und deren Welthits. Was war denn damals in München los? Auschecken! Im September wird dann mit „Black Sky“ das neue Soloalbum des Mannes mit Faible für’n Hut erscheinen. So gut wie keine Vocals werden drauf sein und der Sound darauf sei aggressiver geworden, erzählte er im Gespräch einigermaßen verwundert und überlegte, ob das vielleicht am Geruch der Wurstfabrik gegenüber seines Studios lege.

In unserem lockeren Gespräch ging es aber natürlich weniger um die musikalische Zukunft als viel mehr um die Vergangenheit – etwa um uralte auf Kassetten mitgeschnittene Freestyle-Sessions sowie um Sepalots eigene Mixtape-Reihe. Was er hasst(e)? Mixtapes nur auf CD! Rec-Time: Weiterlesen

Veröffentlicht unter Deine Lieblingskassetten, Lieblingskassetten, Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Deine Lieblingskassetten (5): DJ Ron – DJ Ron & DJ Little T: „Casino“ (Phlatline Tapes, 1998)

I got five on it. Ich will jetzt mal nicht schon von einem Jubiläum fabulieren, aber eine Handvoll Gastbeiträge in der Rubrik „Deine Lieblingskassetten“, das ist doch schon mal was für mein kleines heimeliges Blog. Diesmal begrüße ich DJ Ron, der mir erzählt hat, wie das früher war mit den Kassetten – sei es als kleiner Junge im Kinderzimmer oder später als Macher des florierenden Tapelabels Phlatline, einem der bekanntesten in Deutschraps Kassettenhistorie. Ergo: Der Chemnitzer ist der perfekte Gast für diese Reihe.

Überhaupt: Ron ist einer der alteingesessensten DJs des (Rap)Landes, über den schon in der allerersten Ausgabe der Juice zu lesen war und dessen aktueller Beruf(ung)salltag erst kürzlich auf vier Seiten in Issue Nummer 150 genauestens unter die Lupe genommen wurde. Juice-Autor Daniel Köhler schreibt darin über den 36-Jährigen folgende Abhandlung:

„Phlatline-Tape-Impressario, Handlungsreisender in Sachen Rap, Partyveranstalter, Radio-Host, Teil der Chemnitzer splash!-Keimzelle, Tour-DJ von Tefla & Jaleel, Überzeugungstäter ohne eigenen Wikipedia-Eintrag.“

Und weiter:

„Heute gehört er zu der Handvoll deutscher HipHop-DJs, die die zwischen Alpenrand und Watt alles bespielen, was eine Endstufe und/oder Lichtorgel sein Eigen nennt. Und noch mehr: deutsch-russische Schulen in Moskau, ein Club in der Nähe von Wladiwostok, ISPO in München, Dubai. Alles dabei.“

Er tut das seit Äonen, du kennst seine Steez, er hat Disziplin und benutzt sie oft. Nuff Said also. Trotzdem pack ich noch einzwei Sachen dazu: Persönlich getroffen habe ich Ron –  abgesehen von Sichtungen hinter Plattenspielern in vergangenen splash-Nächten – nur einmal bei einem kurzen High-Five nach dem Watch The Throne Konzert vergangenes Jahr in Frankfurt. Aber durch das Internetz, und da vor allem twitter, kennt man sich ja irgendwie doch immer. Als ich Ron mal einen Scan von seinem Feature in der ersten Juice geschickt habe, hat er mir als Dank neue Mixtapes (auf CD) in die Post getan, korrekter Typ also. Zudem macht er auf instagram echt mal gute Fotos und Uptowns Finest zählt zu meinen Stamm-Podcasts. Und dass ich in meiner Kassettenkiste auch Phlatline-Tapes liegen habe, erwähne ich jetzt auch noch.

Aber jetzt: Protokolliert: All Things Kassetten: DJ Ron: Rec-Time: Weiterlesen

Veröffentlicht unter Blogschrift, Deine Lieblingskassetten, Deutschrap, Juice Magazin, Lieblingskassetten, Rap, Uncategorized, US-Rap | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | 4 Kommentare

Deine Lieblingskassetten (4): Abroo & SirQLate (aka Antihelden)

orwo_lownoise_k60_2Rappen, Rappen, Rappen. Klar, darum dreht sich hier ja letztlich (fast) alles. Und deshalb kommen in der vierten Ausgabe der Rubrik „Deine Lieblingskassetten“ jetzt auch mal Gäste zu Wort, die diese Disziplin beherrschen: Abroo und SirQLate, gemeinsam bekannt als Antihelden. Gerade erst haben sie Piratensender releast, auf dem sie wie auf ihrem 2010er-Album „Kein Happy End“ die Neunziger-Boombap-Fahne schwenken (Snippet). Auf dem Promofoto zum neuen Release, das als Teaser zum Ende 2013 anstehenden zweiten Album dient, wird da eine Kassette in das Deck gefriemelt. Wie passend!

In einer unterhaltsamen Telefonkonferenz wurde dann auch schnell klar, dass Abroo, der Lemgoer mit Wurzeln in der DDR, und der Ostberliner SirQLate (ehemals Dra-Q) passende Gäste für diese Rubrik sind. Anders als bisher ging es dabei jedoch nicht um die eine spezielle Kassette, sondern mehr um das Medium im Allgemeinen – damals wie heute. Rec-Time:

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Blogschrift, Deine Lieblingskassetten, Deutschrap, Lieblingskassetten, Rap, Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 4 Kommentare

Deine Lieblingskassetten (3): DJ Master Quest – Rawkus Presents Soundbombing II (1999)

rawkus_presents_soundbombingUn Dos Tres. Puh, das hat ja eine Weile gedauert, aber jetzt geht’s hier in der Reihe „Deine Lieblingskassetten“ weiter. Als dritten darf ich hier ganz herzlich den Kumpel Ralf Theil, besser bekannt als DJ Master Quest (oder einfach djmq), begrüßen. Der gute Mann kennt sich mit stilvollem Ineinandermischen von Musik bestens aus, das beweisen seine Soundcloud– und Mixcloud-Seiten. Als Resident-DJ im wiedereröffneten legendären Mojo Club auf der Hamburger Reeperbahn und Redakteur bei Deutschwebs bester Interviewsendung Mixery Raw Deluxe beschäftigt sich der in Hamburg lebende und in Süddeutschland verwurzelte Stilmensch zudem ständig mit Musik jeglicher Art. Yo!

Ralf kenne ich über twitter, wo er einen beachtlich trockenen Humor pflegt. Getroffen haben wir uns zum ersten Mal 2011 in Heidelberg, als Torch zu seinem 40er diese Riesen-Jam veranstaltet hat. Im vergangenen Sommer war ich dann für eine Woche im wunderbaren Hamburg. Wahrscheinlich hätte ich die (eh schon gemochte) Stadt nicht so sehr ins Herz geschlossen, hätte ich dort nicht so eine gute Zeit gehabt und so viele nette Menschen kennengelernt – und hätte Hamburg nicht den Hafen. Mit Ralf und Martin (aka FNKJNK, auch twitter, dies das) habe ich besonders abgekumpelt. Beste Zeitgenossen und Touristenbetreuer! Dass ich innerhalb von Minuten zwei Wohnungsschlüssel in der Tasche hatte, als ich und meine Freundin kurzfristig eine neue Bleibe brauchten, habe ich euch bis heute nicht vergessen (#stein #brett #beste #danke #freunde)! Und auch die anderen Hamburger, echt korrekte Menschen! Ich freue mich bereits auf September, wenn ich wieder in den Norden komme.

Aber zurück zum Thema und zum Anlass dieses Posts: Deine Lieblingskassette. Und weil Ralf so ein korrekter Typ ist, darf er sich seine auch etwas zurechtbiegen. Aber lest seinen Text selbst, Rec-Time: Weiterlesen

Veröffentlicht unter Blogschrift, Deine Lieblingskassetten, Lieblingskassetten, Rap, US-Rap | Verschlagwortet mit , , , , , | 5 Kommentare

Kassetten. Leier Geil.

Neulich habe ich auf einem Jutebeutel folgenden Spruch gelesen: „Ich bin noch mit Mixtapes und Walkman aufgewachsen.“ Mal davon abgesehen, dass ich auch in einer Zeit aufgewachsen bin, als es höchstens noch kredibil war, wenn Oma zum Einkaufen auf dem Markt einen Jutebeutel mitnahm, trifft der Spruch voll auf mich zu.

Walkman. Mixtapes. Auf Kassetten. Kassetten, allein das Wort liest sich heute schon wie Höhlenmalerei. Oder wie mit Schreibmaschine getippt. Oder… ach, du weißt schon. Obwohl, möglicherweise weißt du es nicht. Vielleicht bist du ein Spätgeborener. Dann lass mich dich mal mit zurück nehmen. Zurück in die Zeit, way back in die Zeit.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Blogschrift, Lieblingskassetten, Meine Lieblingskassetten | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar